16.06.2011

Tagesgeld anlegen

Für betont konservative Anleger, ist die momentane Situation an den Finanzmärkten sicherlich nicht einfach. Einerseits waren für diesen Anlegertypus Aktien aufgrund ihrer Schwankungsanfälligkeit nie eine Alternative. Andererseits löst die gegenwärtige Eurokrise bei diesen Anlegern Ängste aus, dass auch Staatsanleihen nicht mehr sicher könnten. Bleibt nur der Rückgriff auf das gute alte Tagesgeld. Dabei hat der Anleger entweder die Möglichkeit im Euroraum oder außerhalb des Euroraums anzulegen.

Die Tagesgeldanlage im Euroraum
Tagesgeldanlagen im Euroraum sind sicherlich die bequemste Form Tagesgeld anzulegen. Es gibt kein Währungsrisiko, und das Geld ist täglich in dem Tagesgeldkonto der ausgewählten Direktbank verfügbar. Allerdings sind die Tagesgeldzinsen im Euroraum momentan auf einem historischen Tief angekommen, und liegen sogar klar unter der Inflationsrate. Für den Anleger in Tagesgeld, bedeutet dies -unter Einbeziehung der Inflationsrate- einen Kaufkraftverlust. Um dieser Entwicklung etwas entgegenwirken zu können, bietet es sich an, auf diversen Internetvergleichsportalen die Bank mit dem momentan höchsten Tagesgeldzinssatz zu ermitteln. Allerdings setzt dies beim Anleger eventuell auch die Bereitschaft voraus, Geld von der Hausbank abzuziehen und damit zu einer anderen Bank zu wechseln. Dazu ist nicht jeder -oder jede- bereit. Auch gilt es immer auch nachzufragen, ob die jeweilige Bank am deutschen Einlagensicherungsfonds teilnimmt. Nur dann nämlich ist das Geld auch im Falle einer Bankpleite in uneingeschränkter Höhe abgesichert. Dies ist insbesondere wichtig für die Tagesgeldanlage bei einer der oft vergleichsweise hohe Tagesgeldzinssätze offerierenden kleineren Banken. Sie gelten nämlich in der Sprachregelung der Politik nicht als „systemrelevant“, und können deshalb im Falle einer Pleite nicht auf staatliche Rettung hoffen.

Die Tagesgeldanlage außerhalb des Euroraums
Tagesgeldanlagen außerhalb des Euroraums werfen hohe Zinsen ab, und sind bei manchen Anlegern deshalb beliebt. Auch ist die Tagesgeldanlage in vielen Weltregionen mittlerweile sicher. Länder wie Australien und Kanada, sowie Brasilien und die Türkei, haben Ihre Hausaufgaben gemacht, sind wachstumsstark und verfügen über ein stabiles Bankensystem. Allerdings bleibt das Währungsrisiko, und außerdem die Schwierigkeit, dass der einzelne Anleger in solchen Ländern gar nicht einfach ein Tagesgeldkonto eröffnen kann. Wer das Währungsrisiko nicht scheut, und -langfristig gesehen- den Währungen dieser Länder eventuell sogar mehr vertraut, als dem zuletzt schwächelnden Euro, sollte den Umweg über Tagesgeldzinszertikate in Erwägung ziehen. Solche Zinszertikate werden von verschiedenen Finanzinstituten angeboten, und können täglich über die Börse gekauft und verkauft werden. Sie sind also ähnlich gut verfügbar wie normales Tagesgeld. Da solche Zertifikate in aller Regel von großen, systemrelevanten! Finanzinstituten emittiert werden, ist auch die Gefahr gering, dass die Bank pleite geht, und somit das Zertifikat wertlos wird.

Kategorie: Geldanlage